Historisches

Aus der Ortsgeschichte

Im Waldgebiet von Kirchenheck-Bilzenborn, in der Höhenlage von 630 m. ü.M. entspringt der Schwollbach, der mit seiner Länge von über 30 km bei Kronweiler in die Nahe mündet. Beidseits des Oberlaufs liegt die Gemeinde Schwollen.
Erstmalig taucht der Name im Sponheimer Gültbuch im Jahre 1438, damals „Swallen" genannt, auf und besaß schon eine Mühle.
Im Gemeindeplan von 1829 sind innerhalb der Ortslage schon drei Mühlen und eine Schleife eingezeichnet. Also wussten die hiesigen Einwohner die Wasserkraft des Schwollbaches wohl zu nutzen, um die Mechanisierung voranzutreiben.
1438 sind hier erst neun Haushaltungen erwähnt, die sich bis zum 30jährigen Kriege auf 31 erhöhten. Die schlimmen Kriegsjahre mit Verwüstung durch fremde Heere und folgender Flucht ließen die Zahl auf nur noch vier Haushalte schrumpfen. Erwerbslose junge Leute ließen sich von den durchziehenden Heeren sogar anwerben. So im Jahre 1634 der Klaus Becker, Sohn des Carius Becker aus Schwollen, der in die Dienste des Pfalzgrafen Christian von Birkenfeld trat. Dieser Christian war ein gefürchteter Reitergeneral im schwedischen Heer und sogar Bruder des Herzogs Georg Wilhelm von Burg-Birkenfeld.*

Der anerkannte Heimatforscher Prof. Dr. H. C. Balles schrieb 1923:

Schwollen, Dorf in der Bürgermeisterei Brombach am oberen Schwollbach, 315 Einwohner (302 evangelisch, 12 katholisch, 1 israelitisch), 882 ha (339 Staatswald, 198 Gemeinde- oder Privatwald). In dem Orte soll vor Jahren ein römischer Grabfund gemacht worden sein. Ein sicherer Grabfund aus dieser Zeit wurde im Bezirk „Auf der Heide" gemacht, südlich von Heiligenbösch unmittelbar an dem wenigstens bis in die römische Zeit zurückreichenden Wege Heiligenbösch-Wilzenberg-Oberbrombach, der, was zu beachten ist, die Grenze zwischen den Bannen von Schwollen und Leisel bildet.
Im Sponheimer Gültbuch von 1438 kommt Swallen mit 18 Erben, neun Mannen vor, die zu zahlen hatten an Zins sieben Faß Hafer und 8 Schilling 6 Heller, an Gült 6 Malter zwei Faß Korn, (von 14 Erben) Vi Malter Hafer, die Mühle daselbst hatte jährlich ein Schwein und 3 Schilling abzugeben. Im Dreißigjährigen Kriege litt der Ort stark, besonders in den Jahren 1642 und 1646. Im 18. Jahrhundert kam Schwollen kirchlich und politisch zum oberen Kirchspiel Leisel, in der Franzosenzeit zur Bürgermeisterei Leisel, unter oldenburgischer Herrschaft wieder zur Brombacher zurück.
1775 stritten Heupweiler und Böschweiler gegen Schwollen um den Bezirk Kocheisborn. Der Schwollener Sauerbrunnen wurde früher ebenso wie der berühmtere von Hambach mehr als jetzt gebraucht.*

In seiner „Beschreibung des Fürstenthums Birkenfeld" von 1845 schreibt Hofrat A. E. Jul. Barnstedt über Schwollen:


Dorf mit 358 Einwohnern; mehrere Mahl-, Säg- und Oelmühlen, reichhaltige Mineralquellen.

Besonders sind hier aber die in der Nähe von Birkenfeld befindlichen Mineralquellen von Hambach (Sauerbrunnen) und Schwollen zu erwähnen, die, obgleich sie oberflächlich dem Quarzfelsen entspringen, doch wohl ihren Ursprung aus dem später zu erwähnenden Porphyr- und Trappgebirge haben.

Die durch Dr. Rieken, Leibarzt Seiner Majestät des Königs der Belgier, vorgenommene Untersuchung von 80 Unzen Sauerwasser der Trinkquelle gab nach Abdampfung des
Wassers 16,2 Gran (1 Gran = 0,812 Gramm) Theilen zusammengesetzt war:
a. In Wasser lösliche Theile.
Kohlensaure Bittererde
Kieselerde
Schwefelsäure
Salzsäure
Phosphorsäure
Natron
Kali
Verlust der Analyse
0,00714
0,005714
0,266168
0,114478
0,028393
4,279465
0,017953
0,054039
4,773400
b. In Wasser unlösliche Theile.
Kieselerde
Thonerde
Eisenoxyd
Mangan-Oxydul
Strontian
Bittererde
Verlust der Analyse
1,425
0,02978
2,46
Spuren
Spuren
1,9
0,02840
11,42660

Diese Heilquellen hatten schon im 16.Jahrhundert einen bedeutenden Ruf.
Weitere Nachrichten findet man in: Rieken, „Die eisenhaltigen Mineralquellen zu Hambach und Schwollen", Brüssel und Leipzig, 1840.*

Beschreibung des Gemeindewappens:

In geteiltem Schild oben in Grün ein silberner Schalenbrunnen mit geteiltem silbernen Wasserstrahl, unten rot-silbern geschacht.

Der Brunnen der oberen Schildhälfte erinnert an die zahlreichen mineralischen Quellen in der Gemarkung, das grün symbolisiert den Waldreichtum der Gemeinde.
Die untere Schildhälfte verweist auf die ehemalige Zugehörigkeit zur hinteren Grafschaft Sponheim, Oberamt Birkenfeld.

Genehmigt durch Erlass des Ministeriums des Innern vom 24. März 1965.*
*Auszüge aus dem Buch „Schwollen. Eine Hochwaldgemeinde am Südhang des Hunsrücks", herausgegeben von Heinrich Brucker für die Ortsgemeinde Schwollen, 2001